Im Gespräch mit einer Telemedizinischen Assistentin
SZ arbeitet als Telemedizinische Assistentin beim Schweizer Zentrum für Telemedizin MEDGATE.
SZ, Sie arbeiten bei Medgate als TMA. Was hat es mit diesem Kürzel auf sich?
«Ich bin als Medizinische Praxisassistentin (MPA) ausgebildet und habe früher in einer allgemeinen Arztpraxis gearbeitet. Weil sich jedoch die Tätigkeit im Telekonsultationszentrum von jener in einer gewöhnlichen Arztpraxis wesentlich unterscheidet, benutzt Medgate die eigene Bezeichnung "Telemedizinische/r Assistent/in".»
Was ist bei Medgate anders im Vergleich zum Praxisalltag?
«Bei Medgate fallen Tätigkeiten wie Röntgen und Laborarbeiten weg. Dafür hat die Arbeit am PC und am Telefon sowie die Patienten-Triage weit grösseres Gewicht.»
Welche besonderen Fähigkeiten sind gefragt?
«Es braucht medizinische Erfahrung, um am Telefon rasch erkennen zu können, ob man es mit einem Notfall zu tun hat. Nebst medizinischem Wissen ist flinkes Zehnfingerschreiben ebenso notwendig wie Computer- und Internetkenntnisse. Fremdsprachen, vor allem Französisch, sind zudem besonders wichtig.»
Wie wird man für diese besonderen Tätigkeiten geschult?
«Alle neuen Mitarbeitenden erhalten eine mehrwöchige, blockweise Einführung in die technischen Systeme sowie in die Dienstleistungspalette von Medgate.»
Wie läuft ein Anruf im Telekonsultationszentrum von Medgate ab?
«Eine TMA nimmt zunächst die Personalien auf. Dann macht sie eine Einschätzung, wie dringend der Fall ist, ähnlich wie in einer normalen Arztpraxis. Die wichtigsten Punkte halten wir für den beratenden Arzt schriftlich fest. Dann wird mit dem Anrufenden ein Rückruf vereinbart, der je nach Dringlichkeit und Anzahl der Anrufe normalerweise innert 10-60 Minuten erfolgt.»
Welche Entwicklungsmöglichkeiten hat man als TMA bei Medgate?
«Anfänglich arbeitet man in der Triage am Telefon. Später hat man die Möglichkeit – nach einer Schulung und bestandener Prüfung – auch Impf- und Reiseberatungen durchzuführen. Eine weitere Entwicklungsmöglichkeit ist die Arbeit in der Ausland-Assistance. Hier werden Patienten betreut, die auf einer Reise krank werden oder im Ausland einen Unfall hatten. TMAs mit umfassenden Dienstleistungskenntnissen und entsprechender Eignung können als zentrale Ansprechperson (Duty Manager) im Telekonsultationszentrum eingesetzt werden.»
Wie gestalten sich die Weiterbildungsmöglichkeiten?
«Regelmässig finden interne Weiterbildungen und Informationstage statt. Medgate beteiligt sich zudem auch an gewissen externen Weiterbildungen.»
Wie erleben Sie die Arbeitsatmosphäre bei Medgate?
«Der Umgang zwischen Ärzten, TMAs und nicht-medizinischen Mitarbeitenden ist offen und kollegial, es herrscht ein sehr guter Teamgeist. Die Hierarchie ist weit weniger spürbar als in einem Spital.»
Wie sind die Arbeitsbedingungen bei Medgate?
«Es herrscht Schichtbetrieb. Man kann pünktlich nach Hause und hat die Gewissheit, alles erledigt zu haben. Der Arbeitsplatz ist grosszügig und schön gelegen.»
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit bei Medgate besonders?
«Die Kombination aus technischen und medizinischen Aspekten. Bei Medgate muss man gerne am PC arbeiten und telefonieren. Ausserdem gefällt mir, dass ich hier meine Fremdsprachenkenntnisse einsetzen kann.»
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