Newsletter Nr. 2 vom 06.02.2008
Mangel an Blutspenden
In den letzten Wochen wurde in den Medien mehrfach gemeldet, dass die Blutreserven in den Blutspendezentren fast erschöpft sind. Blut ist ein kostbares Gut und wird auf vielfältige Weise in der Medizin eingesetzt. Am Bekanntesten ist sicher der Einsatz bei Operationen, wo ein grosser Blutverlust auftritt. Unfallopfer sind häufig auf viel Blut angewiesen. Aber auch bei anderen Blutverlusten, wie blutende Magengeschwüre oder wenn die Blutproduktion des eigenen Körpers eingeschränkt ist, kann mit der Gabe von Blut eine Besserung erreicht werden. Dies ist beispielsweise bei Krebs-Chemotherapien oder Patienten mit chronischen Nierenleiden der Fall. Oftmals wird dem Patienten nicht das ganze Blut verabreicht, wie es vom Spender abgenommen wurde, sondern nur Teile davon. Rote Blutkörperchen, Blutplättchen oder Blutplasma sind Bestandteile von Blut, die auch einzeln zum Einsatz kommen.
Da die Zusammensetzung des Blutes höchst komplex ist, kann es bis heute nicht künstlich hergestellt werden. Deshalb ist Blutspenden der einzige Weg, den kostbaren Saft für die Patienten zu gewinnen. Grundsätzlich kann jedermann im Alter von 18-65 spenden. Es gibt jedoch einige Gründe, wo auf Blutspenden verzichtet werden muss: Ein Körpergewicht unter 50kg oder abnorme Blutdruck- und Pulswerte. Auch Patienten, die selber bereits zuwenig Blut haben, sollten nicht spenden.
Ein zentraler Punkt ist die Sicherheit. Mit Blut können gefährliche Krankheiten übertragen werden, wie zum Beispiel HIV oder Hepatitis B. Mit Hilfe von Befragungen der Spendewilligen und der Kontrolle des gespendeten Blutes durch die Laboratorien sinkt das Risiko für eine effektive Übertragung aber auf ein Minimum ab. Es ist sogar wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden, als sich beim Blutspenden mit einer Krankheit anzustecken.
Die Entnahme, Testung und Lagerung des Blutes ist das eine, die Verabreichung an den Patienten das andere. Hier gilt es, peinlichst genau auf die passende Blutgruppe zu achten! Wird nämlich die falsche Blutgruppe verabreicht, wehrt sich das Immunsystem des Empfängers dagegen und es kommt zu lebensgefährlichen Abstossungsreaktionen. Bekannt sind die Blutgruppen A, B, AB und 0 und der so genannte Rhesusfaktor. Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Blutgruppenmerkmale, die ausgetestet werden, um dem Empfänger möglichst keinen Schaden zuzufügen. Wem bekannt ist, dass er oder sie eine seltene Blutgruppe hat (z.B. AB), ist besonders fürs Spenden willkommen.
Heutzutage können sehr blutverlustreiche Operationen durchgeführt werden, weil eben Blut vorhanden ist, das dem Patienten verabreicht werden kann. Bei Unfällen beispielsweise können innert kurzer Zeit mehrere Liter verloren gehen. Ohne Blutkonserven hätte der Patient eine deutlich schlechtere oder gar keine Überlebenschance, weil ein Blutverlust nur in gewissen Massen vom Körper toleriert wird.
Der aktuelle Mangel an Blut wird auf ein Problem beim Nachschub zurückgeführt: Viele Spender sind krank und können nicht spenden. Daneben ist der Blutverbrauch nicht rückläufig, sondern eher zunehmend, was die Situation zusätzlich verschärft.
Wer also der Allgemeinheit einen Dienst erweisen möchte, sollte sich überlegen, eine Blutspende zu machen. Vielleicht ist man eines Tages selber froh darüber, wenn die Spitäler genügend Blut an Lager haben.
Weitere Informationen:
http://www.blutspende.ch/de/home.php