Borreliose

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Einleitung

Die Borreliose (auch Lymeborreliose genannt) ist eine Krankheit, die durch Bakterien – sogenannte Borrelien – übertragen wird. Die Borreliose überträgt sich dabei durch den Stich einer infizierten Zecke auf den Menschen. Von einer Borreliose können verschiedene Organe betroffen sein, zum Beispiel die Haut, die Gelenke, das Herz oder das Nervensystem. Die Erkrankung kann mit Antibiotika behandelt werden.

Mit Borrelien infizierte Zecken leben vor allem in Laubwäldern mit üppigem Unterholz und kommen in der gesamten Schweiz bis auf einer Höhe von 2000 Meter über Meer vor. Die Tiere lauern aber auch in Sträuchern, Hecken und auf Wiesen - etwa an Waldrändern, in Parkanlagen, in Gärten, an Seen oder in Freibädern. In der Regel sind Zecken von Frühling bis Herbst aktiv, vereinzelt aber auch in milden Wintern.

Um einer Borreliose vorzubeugen, empfiehlt es sich, gut abschliessende Kleidung und Schutzmittel zu tragen sowie den Aufenthalt in Unterholz zu meiden.


Symptome

Fachpersonen bezeichnen die Borreliose als Multisystemerkrankung, da sie verschiedene Organe teilweise gleichzeitig befallen kann – zum Beispiel die Haut, Gelenke (Lymearthritis), das Nervensystem (Neuroborreliose), Augen oder Herz. In 80-90 Prozent aller Fälle treten lediglich Hauterkrankungen auf, in 10-20 Prozent der Fälle sind andere Organe betroffen. Die Krankheit wird in drei Stadien eingeteilt:

Phase 1/Frühstadium (1-30 Tage nach dem Stich): Um den Stich bildet sich eine ringförmige Hautrötung. Diese Rötung ist scharf abgegrenzt, schmerzt oder juckt nicht. Die Rötung vergrössert sich und verschwindet in der Folge spontan. Trotzdem ist die Konsultation einer Ärztin oder eines Arztes empfohlen. Die Rötung ist das wichtigste Symptom für die Erkennung einer Borreliose im Frühstadium. Diese erste Phase kann auch von einem grippeähnlichen Zustand begleitet sein – zum Beispiel allgemeine Schwäche, Schüttelfrost, Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen, Fieber oder Bindehautentzündung.

Phase 2/Frühstadium (mehrere Wochen nach dem Stich): Diese Phase wird oft von grippeähnlichen Symptomen begleitet. Es können sich weitere Rötungen auf der Haut verteilt bilden – diese sind rund oder oval oder erscheinen als dunkelrote Knoten oder Flecken. Weiter können eine Hirnhautentzündung, Schmerzen, Lähmungen oder neurologische Ausfälle auftreten. In seltenen Fällen greift die Borreliose das Herz an, was zu einer Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung führen kann. Auch die Augen können sich entzünden.

Phase 3/Spätstadium (Monate bis Jahre nach dem Stich): Dieses schwere Borreliose-Stadium zeichnet sich durch die sogenannte Lymearthritis aus – dabei handelt es sich um eine schubweise oder chronische Gelenkentzündung. Unter Umständen verfärben sich in diesem Stadium die Haut an Händen und Füssen bläulich und die Haut wird dünn (Hauterkrankung Acrodermatitis). Weitere Beschwerden, die in dieser Phase auftreten können, sind eine späte Neuroborreliose (Erkrankung der Nerven) oder Myositis (entzündliche Erkrankung der Muskeln). In seltenen Fällen verläuft Phase drei so schwer, dass Teile des Körpers gelähmt sind.


Verlauf

Ein Zeckenstich verläuft in den meisten Fällen völlig symptomlos und nur in rund fünf Prozent aller Zeckenstiche resultiert eine Borreliose. Je früher die Erkrankung mit Antibiotika behandelt wird, desto milder der Verlauf, respektive desto sicherer werden spätere Komplikationen wie eine bakterielle Gelenkentzündung (Lymearthritis) und der Befall des Nervensystems (Neuroborreliose) verhindert. Diese Komplikationen führen zu teilweise lebensbedrohlichen Schäden. Grundsätzlich gilt: Wird eine Borreliose im ersten Stadium (Frühstadium) behandelt und die Erkrankung damit ausgeheilt, schreitet sie in 99 von 100 Fällen nicht mehr bis in die Stadien zwei und drei fort. In ganz seltenen Fällen treten Beschwerden im Spätstadium auf, ohne dass vorab Symptome der frühen Stadien aufgetreten sind.

Nach Ablauf der Erkrankung – wenn keine Erreger mehr aktiv sind – können Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Kopf- oder Gelenkschmerzen und Depressionen hartnäckig über Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben.


Ursachen

Die Ursache einer Borreliose ist eine Infektion mit sogenannten Borrelien-Bakterien. Borrelien findet man häufig bei Vögeln oder kleinen Nagetieren. Zecken wiederum infizieren sich beim Blutsaugen von befallenen Tieren und können die Borrelien bei der nächsten Blutmahlzeit auf den Menschen übertragen.

Mit Borrelien infizierte Zecken leben vor allem in Laubwäldern mit üppigem Unterholz und kommen in der gesamten Schweiz bis auf einer Höhe von 2000 Meter über Meer vor. Die Tiere lauern aber auch in Sträuchern, Hecken und auf Wiesen - etwa an Waldrändern, in Parkanlagen, in Gärten, an Seen oder in Freibädern. In der Regel sind Zecken von Frühling bis Herbst aktiv, vereinzelt aber auch in milden Wintern.


Diagnose

Eine Ärztin oder ein Arzt kann eine Borreliose meist ohne eine Vielzahl von Untersuchungen feststellen: Die Krankheitsgeschichte, die Symptome sowie der Befund sind bei einer Borreliose oft so typisch, dass sie für eine entsprechende Diagnose ausreichen. In vielen Fällen treten Kopf- und Muskelschmerzen auf. Ist der Betroffene von einer Zecke gestochen worden, verfügt jedoch über keine weiteren Beschwerden, so ist eine Borreliose-Erkrankung eher unwahrscheinlich. Eine Borreliose kann telemedizinisch anhand von Bildern (typische Rötung in der ersten Phase) gut von einer Ärztin oder einem Arzt diagnostiziert werden.


Behandlung/Therapie

Eine Borreliose wird mit Antibiotika behandelt und kann – wenn sie rechtzeitig erkannt wird – auch vollständig geheilt werden. Je früher mit einer Behandlung begonnen wird, desto wirksamer ist sie und desto eher werden schwere Krankheitsverläufe vermieden. Es existiert keine Immunität, das heisst, eine erneute Infektion ist nach einer überstandenen Borreliose jederzeit wieder möglich.

Als wichtigste Massnahme sollte bei einem Zeckenstich die Zecke so rasch wie möglich entfernt werden. Anschliessend ist es ratsam, die Einstichstelle zu desinfizieren und in der Folge während sechs Wochen zu beobachten. Zudem ist es sinnvoll, wenn Betroffene notieren, wo und wann der Zeckenstich erfolgte und ein Foto der Einstichstelle machen. Treten nach einem Zeckenstich Kopf- oder Gelenkschmerzen, Hautrötungen oder grippeähnliche Beschwerden auf, sollten Betroffene einen Arzt kontaktieren.

Die Zecke sollte langsam und gleichmässig mit einer Pinzette oder Zeckenkarte senkrecht herausgezogen werden. Ein zu abruptes Ziehen kann dazu führen, dass der Zeckenkopf in der Haut stecken bleibt. Je früher die Zecke entfernt wird, desto kleiner ist das Risiko einer Übertragung der Borrelien. In der Regel beginnt die Übertragung etwa 12 bis 24 Stunden nach Beginn des Stiches.

Auf keinen Fall sollten Patientinnen und Patienten mithilfe von Öl, Klebstoff, Alkohol oder anderen vermeintlichen Hausmitteln gegen die Zecke vorgehen. Der Einsatz solcher Mittel kann dazu führen, dass die Zecke verstärkt ihren Speichel ausstösst, der voller Erreger ist. Die Mittel erhöhen somit eher die Infektionsgefahr, als dass sie helfen.


Prävention

Grundsätzlich kann einer Borreliose nicht direkt vorgebeugt werden. Im Gegensatz zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es gegen die Lymeborreliose keine Impfung. Der beste Schutz vor einer Borreliose-Erkrankung ist grundsätzlich die Vermeidung von Zeckenstichen. Schutz vor Zecken bieten gut abschliessende Kleidung und das Meiden von Unterholz. Hilfreich sind zudem Schutzmittel für Haut und Kleider. Diese Schutzmittel helfen eine gewisse Zeit, sie bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.

Da Zeckenstiche oft nicht bemerkt werden, sollten nach jedem Aufenthalt im Wald Körper und Kleidung auf Zecken untersucht werden. Zecken bevorzugen warme Körperstellen und eine weiche Haut. Aus diesem Grund sollte der Körper vor allem zwischen den Beinen, unter den Armen, um den Bauchnabel, am Kopf, Hals sowie an den Ohren kontrolliert werden.

In unserem Medgate Doc Channel erklären Medgate Ärztinnen und Ärzte das Wichtigste in Kürze. Dr. med. Manuel Puntschuh, Telemediziner bei Medgate, erklärt, wie der optimale Schutz vor Zeckenstichen aussieht:

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