Hitzschlag

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Einleitung

Der Hitzschlag – auch Hyperthermiesyndrom genannt – ist eine Hitzekrankheit. Eine Hitzekrankheit entsteht, wenn der Körper überhitzt. Dies geschieht aufgrund hoher Temperaturen in Zusammenhang mit hoher Luftfeuchtigkeit und körperlicher Anstrengung. Die verschiedenen Hitzekrankheiten – Hitzekrämpfe, Hitzeödem, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag – unterscheiden sich vor allem in der Ausprägung der Symptome.

Hitzschlag-Patientinnen und -Patienten haben heisse, gerötete und trockene Haut (kein Schweiss) sowie einen beschleunigten Herzschlag mit niedrigem Blutdruck. Personen mit einem Hitzschlag sollten so rasch als möglich an einen kühlen Ort gebracht werden und Flüssigkeit zu sich nehmen. Der Hitzschlag ist die schwerste Form einer Hitzekrankheit. Er ist ein medizinischer Notfall, der unbehandelt auch tödlich verlaufen kann.

Hitzschlag

Symptome

In vielen Fällen unterschätzen die Betroffenen die Symptome eines Hitzschlags. Diese ähneln einer Hitzeerschöpfung, die eine Vorstufe des Hitzschlags ist. Die Symptome eines Hitzschlags sind jedoch stärker ausgeprägt als bei einer Hitzeerschöpfung.

Die Symptome des Hitzschlags sind:

  • Fieber > 40 °C (rektal gemessen)
  • Verwirrung, Halluzinationen, Krampfanfälle, Bewusstseinsverlust
  • Gangstörung, verwaschene Sprache
  • heisse, trockene, rote Haut, kein Schweiss
  • beschleunigter Herzschlag mit niedrigem Blutdruck
  • beschleunigte Atmung, Erbrechen, Durchfall

Bei einem Hitzschlag ist die Haut am gesamten Körper rot und fühlt sich heiss und trocken an; bei einem Sonnenstich hingegen ist nur die Haut am Kopf betroffen. Bei einer Hitzeerschöpfung hingegen ist die Haut blass, kühl und feucht.

Fachpersonen unterscheiden zwei Hauptformen des Hitzschlags: der klassische und der anstrengungsbedingte Hitzschlag. Der klassische Hitzschlag tritt öfter im höheren Alter auf − insbesondere bei Menschen mit chronischen Erkrankungen oder bei Personen, die Medikamente einnehmen oder Alkohol oder Drogen konsumieren. Der klassische Hitzschlag kann sich über mehrere Tage entwickeln, da der Wasser- und Elektrolythaushalt zunehmend aus der Balance gerät. Der Anstrengungshitzschlag entwickelt sich oft durch Anstrengung in der Sonne und Hitze und betrifft vor allem im Freien aktive Menschen.


Verlauf

Wird ein Hitzschlag nicht behandelt, verschlechtert sich der Zustand der Patientin oder des Patienten – es können Komplikationen wie Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit, Schockzustand oder ein Hirnödem (Anschwellen des Gehirns durch Wassereinlagerung) auftreten. Ein Hitzschlag kann zum Tod führen. Eine Person mit Verdacht auf einen Hitzschlag sollte nie allein gelassen werden. Nach der Verständigung eines Rettungsdienstes sollte die Patientin oder der Patient in stabile Seitenlage gebracht werden oder im Falle eines Herz- oder Atemstillstands eine Herzdruckmassage vorgenommen werden.


Ursachen

Bei einem Hitzschlag überhitzt der Körper; er kann die Wärme nicht mehr regulieren. Das Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden, steigt bei einer Aussentemperatur ab 33 °C, durch das Tragen von warmer Kleidung, körperlicher Anstrengung im Freien sowie einer zu geringen Trinkmenge. Gleiches gilt für Fieber oder fehlende Gewöhnung an die Hitze bei plötzlichem Wetterumschwung oder Reisen in heisse Klimazonen. Da die Regulierung der Körpertemperatur versagt, vermindert sich die Schweissbildung. Der fehlende Schweiss kann den Körper durch Verdunstung nicht mehr kühlen – in der Folge entsteht ein Wärmestau. Die Körpertemperatur steigt stetig. Ab einer Körperkerntemperatur von 42 °C verlieren viele Enzyme, die aus Eiweissen (Proteinen) bestehen, ihre Funktion und es kann zu einem Multiorganversagen kommen.

Bei Hitze ist zudem der Sauerstoffverbrauch der Zellen erhöht, das Herz schlägt schneller und die Atmung beschleunigt sich. Ausserdem kommt es zur Erweiterung der Blutgefässe, damit die Wärme besser an die Oberfläche der Haut abgegeben werden kann. Als Folge fällt der Blutdruck ab, wodurch es im Extremfall zu einem Kreislaufkollaps kommen kann.

Menschen mit chronischen Erkrankungen, kleine Kinder sowie ältere Personen sind häufiger gefährdet, einen Hitzschlag zu erleiden. Ebenfalls können Medikamente, Alkohol und bestimmte Drogen die natürliche Temperaturregulation und den Wasser- und Elektrolythaushalt beeinträchtigen und damit Hitzekrankheiten begünstigen. Auch eine ausgeprägte Fettleibigkeit macht anfälliger für Hitzekrankheiten.


Diagnose

Die Diagnose einer Hitzeerkrankung beziehungsweise eines Hitzschlags liegt nah, wenn Betroffene unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Benommenheit sowie stark geröteter und heiss-trockener Haut bei gleichzeitig schwül-warmem Wetter oder intensiver körperlicher Betätigung leiden (verbunden mit einer erhöhten Körpertemperatur, die beim Hitzschlag 40 °C und höher ist). Die Diagnose wird aufgrund der vorhandenen Symptome gestellt und bedarf keiner weiteren Laborabklärungen. Die Diagnose kann grundsätzlich auch über die Distanz mittels Telemedizin gestellt werden, jedoch bedarf es bei einem Hitzeschlag einer notfallmässigen Behandlung vor Ort. Eine leichte Hitzeerkrankung kann jedoch telemedizinisch gut behandelt werden. Sie bessert sich meist relativ rasch: Eine erhöhte Körpertemperatur sollte sich innerhalb einer Stunde wieder normalisieren.


Behandlung/Therapie

Grundsätzlich hat die Behandlung eines Hitzschlags zum Ziel, die erhöhte Körpertemperatur schnellstmöglich wieder zu senken. Wichtig ist zudem, die ersten Anzeichen wahrzunehmen und frühe Zeichen einer Hitzekrankheit wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelkrämpfe ernst zu nehmen. Betroffene sollten als Erstes die direkte Sonneneinstrahlung und die Hitze verlassen, sich Ruhe gönnen und elektrolythaltige Getränke trinken. Bei deutlichem Unwohlsein, Schwindel, erhöhter Körpertemperatur, Erbrechen oder wenn nach den genannten Massnahmen keine rasche Besserung eintritt, sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. Bei einer Körpertemperatur von mehr als 40 °C besteht der Verdacht auf einen Hitzschlag, der notfallmässig im Spital behandelt werden muss. Fiebersenkende Medikamente sind bei einem Hitzschlag nicht wirksam.


Prävention

Grundsätzlich sollte die Überhitzung des Körpers vermieden werden, indem der Körper nicht allzu hohen Temperaturen ausgesetzt wird. Die besten Mittel, um einem Hitzschlag vorzubeugen, sind folgende Massnahmen:

  • Vermeiden von direkter und intensiver Sonneneinstrahlung
  • Tragen von lockerer und leichter Kleidung
  • Tätigkeiten wie Arbeit im Freien oder Sport in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen
  • Ausreichende Zufuhr von gekühlten alkoholfreien Getränken wie Mineralwasser, ungesüssten Tees oder mit Wasser verdünnten Fruchtsäfte. Leichte Kost mit einem hohen Flüssigkeitsanteil sind wohltuend und erfrischend. Besonders geeignet sind Obst- und Gemüsesorten mit einem hohem Wasseranteil.

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