Nasen­nebenhöhlen­entzündung

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Einleitung

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen entzündet. Diese entzünden sich, wenn Viren aus der Nase in die Nebenhöhlen dringen. Fachleute unterscheiden Entzündungen der Kieferhöhlen (Sinusitis maxillaris), der Stirnhöhlen (Sinusitis frontalis), der Siebbeinzellen (Sinusitis ethmoidalis) und der Keilbeinhöhlen (Sinusitis sphenoidalis). Sind mehrere oder gleich alle Nebenhöhlen von einer Entzündung betroffen, sprechen Mediziner von einer Poly- oder Pansinusitis.

Eine Entzündung der Nebenhöhlen kann akut oder chronisch verlaufen. Es existieren auch die Begriffe Nasennebenhöhlen- oder Stirnhöhlenvereiterung – hierbei sind die selteneren Erkrankungen durch Bakterien gemeint. Da die Sinusitis meist zusammen mit Erkältungen auftritt, gehört sie zu den häufigeren Infektionskrankheiten des Menschen – sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen.


Symptome

Die Sinusitis beginnt oft mit einem Schnupfen, der meist einige Tage andauert. Die Nase ist verstopft und es bildet sich zäher Nasenschleim mit gelblich-grüner Färbung. Zusätzlich empfinden Betroffene in vielen Fällen ein Druck- und Stauungsgefühl im Gesicht oder haben Kopfschmerzen. Die bohrenden und stechenden Schmerzen nehmen typischerweise zu, wenn Patienten sich nach vorne beugen, hüpfen, niesen oder aufstehen. Müdigkeit, Benommenheit, Fieber, Husten, Zahn- oder Ohrenschmerzen können ebenfalls auftreten – vor allem, wenn die Entzündung stärker ausfällt.

Betroffene mit folgenden Symptomen sollten sofort einen Arzt aufsuchen, um Komplikationen zu vermeiden:

  • Nasenbluten
  • Starke Schmerzen
  • Schwellung um die Augen, in der Augenhöhle oder an der Stirn
  • Sehstörungen
  • Taubheitsgefühl im Gesicht

Verlauf

Normalerweise klingt eine akute Sinusitis innerhalb von zwei Wochen ab. Wird sie rechtzeitig behandelt, verläuft die Erkrankung meist sehr gut. Ohne Behandlung kann eine akute Erkrankung jedoch in einen chronischen Verlauf übergehen.

Dauert eine Sinusitis grundsätzlich länger als drei Monate, liegt eine chronische Erkrankung vor. Hierbei kehrt die Entzündung immer wieder zurück. Enge Stellen sorgen dafür, dass Schleim nicht gut abfliesst. Dadurch steigt das Risiko, dass die Entzündung benachbartes Gewebe schädigt. In einem solchen Fall kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein.

Komplikationen kommen in der Regel nicht häufig vor. Seltene mögliche Folgeerkrankungen können eine chronische Rachen- und Kehlkopfentzündung, eine akute Bronchitis, Entzündungen der Augenhöhlen oder eine Hirnhautentzündung sein.


Ursachen

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entsteht oft auf Basis einer Erkältung. Dabei dringen die Erkältungsviren von der Nase in die Nebenhöhlen vor: die Schleimhäute schwellen an, zäher Schleim staut sich in der Nase und das Atmen fällt schwerer. In seltenen Fällen folgt auf die virale eine bakterielle Entzündung.

Wie schwer die Erkrankung verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Ein geschwächtes Immunsystem, aggressive Erreger oder anatomische Besonderheiten wie eine verbogene Nasenscheidewand können Gründe sein, warum sich eine akute Sinusitis entwickelt.


Diagnose

Zur Diagnosestellung wird in erster Linie die Anamnese aufgenommen. Hat der Betroffene Schmerzen im Stirn- oder Oberkieferbereich, eine verstopfte Nase, eitrigen Schnupfen oder eine Riechstörung, liegt die Diagnose einer Sinusitis nahe. Der Verdacht bestätigt sich, wenn der Schmerz durch ein schnelles Vorbeugen des Kopfs oder durch das Drücken auf bestimmte Nervenpunkte im Gesicht gezielt hervorgerufen werden kann. Erfahrene Ärzte können eine akute Sinusitis telemedizinisch gut diagnostizieren und die Betroffenen über das Telefon oder per Video behandeln.

In vielen Fällen sind weiterführende ärztliche Untersuchungen bei einer akuten Sinusitis zur Diagnosestellung nicht nötig. Bestehen aufgrund der Angaben der Patientin oder des Patienten jedoch Unsicherheiten, kann eine Endoskopie der Nasennebenhöhlen durchgeführt werden.


Behandlung/Therapie

Eine akute Sinusitis wird grundsätzlich identisch behandelt, wie Erkältungen mit Schnupfen und einer verstopften Nase. Es ist sinnvoll, wenn die Patientin oder der Patient sich ausreichend ausruht, genügend trinkt, die Raumluft feucht hält und das Kopfende des Betts erhöht, sodass der Schleim abfliessen kann.

Inhalationen mit warmem Wasserdampf lassen die Nasenschleimhäute abschwellen. Es empfiehlt sich, mit Salzwasser zu inhalieren. Dabei können Betroffene einen Teelöffel Salz in einen Liter kochenden Wasser auflösen, das Wasser auf etwa 42 Grad abkühlen lassen und in der Folge den Dampf durch die Nase einatmen und durch den Mund wieder ausatmen.

Der Gebrauch von Nasensprays hilft ebenfalls, um geschwollene Gefässe abschwellen zu lassen. Die Wirkstoffe der Sprays öffnen die Nebenhöhlen und senken den Druck. Pharmazeutische Nasensprays sollten jedoch nicht länger als fünf bis sieben Tage angewendet werden, da einige Inhaltsstoffe bei längerem Gebrauch die Nasenschleimhäute angreifen können. Als Alternative ohne pharmazeutische Wirkstoffe eignen sich Meerwasser-Sprays.

Gegen Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur und leichte Entzündungen wirken Substanzen wie Paracetamol und Ibuprofen. Leichte Kopfschmerzen können auch mit ein paar Tropfen Pfefferminzöl, das auf die Stirn oder die Schläfen einmassiert wird, behandelt werden.

Die Beschwerden können zudem gelindert werden, indem die Stirn- bzw. Kieferhöhlen von einem Arzt durchgespült werden. Die Prozedur ist jedoch sehr unangenehm.

Die Einnahme von Antibiotika ist oft nicht sinnvoll, da die meisten akuten Nasennebenhöhlenentzündungen von Viren verursacht werden. Wenn nachweislich eine bakterielle Entzündung vorliegt, kann eine stärkere Medikation angebracht sein. Wenn das Fieber kontinuierlich steigt, die Krankheitssymptome zunehmen, Komplikationen drohen oder gleichzeitig weitere Erkrankungen vorliege, sollten zusätzliche Untersuchungen von der Ärztin oder dem Arzt vorgenommen werden.


Prävention

Für Betroffene, die zu Nasennebenhöhlenentzündungen neigen, ist es wichtig, einen Schnupfen frühzeitig zu behandeln. Es ist ratsam, mit Salzwasserinhalationen, Nasentropfen oder gegebenenfalls mit entzündungshemmenden und schleimlösenden Mitteln gegen den Schnupfen vorzugehen. Im Allgemeinen hilft es, das Immunsystem zu stärken:

  • Ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung: Obst, Gemüse, Vitamine und Mineralstoffe, ausreichend trinken
  • Genügend Schlaf
  • Vermeidung von Stress
  • Regelmässige Bewegung an der frischen Luft
  • Verzicht auf Tabak und auf viel Alkohol
 

Infektionen können verhindert werden, indem der Kontakt zu Erkälteten vermieden wird, häufig die Hände gewaschen werden, Papiertaschentücher nur einmal benutzt und Räume mehrmals täglich gelüftet und gut befeuchtet werden.

In unserem Medgate Doc Channel erklären Medgate Ärztinnen und Ärzte das Wichtigste zu einem Krankheitsbild in Kürze. Dr. med. Vagma Djallalzada, Telemedizinierin bei Medgate, erklärt die Sinusitis: 

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