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Einleitung

Die Grippe (Influenza) ist eine akut auftretende, fieberhafte Infektionskrankheit. Sie wird durch Viren hervorgerufen und tritt im Winter gehäuft auf. Im Alltag wird der Begriff «Grippe» fälschlicherweise oft auch für grippale Infekte, Erkältung oder Verkühlung verwendet: Bei diesen Erkrankungen handelt es sich in der Regel jedoch um Virusinfektionen, die deutlich harmloser verlaufen.

Die Grippe kann sehr unterschiedlich verlaufen – von einem milden Verlauf bis hin zu einer lebensbedrohenden Grippeerkrankung. Die Grippe kann zu Komplikationen führen, die einen Aufenthalt in einem Spital nötig machen und manchmal gar zum Tod führen. Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit die Grippeimpfung für Menschen mit erhöhtem Komplikationsrisiko.

Die Influenza-Viren zirkulieren vor allem im Winter und verursachen praktisch jedes Jahr eine Epidemie. Laut Bundesamt für Gesundheit führt die Grippe jedes Jahr zu 112'000 bis 275'000 Arztkonsultationen. Aufgrund von Komplikationen kommt es zudem zu mehreren tausend Spitalaufenthalten und zu mehreren hundert Todesfällen.


Symptome

Die Grippe-Symptome treten plötzlich auf und eine Grippe-Erkrankung verläuft oft heftig. Personen, die sich mit Grippeviren angesteckt haben, können diese auf andere übertragen, auch wenn sie sich noch nicht krank fühlen. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis drei Tage. Bei einer Grippeerkrankung treten meist mehrere Symptome gleichzeitig und intensiv auf. Die typischen Anzeichen für eine Grippe sind:

  • Plötzlicher Krankheitsbeginn
  • Hohes Fieber bis über 40 Grad (auch mit Schüttelfrost)
  • Ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper
  • Ausgeprägte Schmerzen wie Kopf-, Glieder- oder Rückenschmerzen
  • Husten, Schnupfen und Halsschmerzen

Verlauf

Bei einer typischen Grippe treten die ersten Symptome ein bis fünf Tage nach der Infektion mit dem Virus auf. Oft ist das erste Anzeichen der Grippeerkrankung hohes Fieber, das plötzlich auftritt. In den meisten Fällen sind die Erkrankten nach rund sechs Tagen wieder fieberfrei. Weitere Symptome wie Husten, Schnupfen oder das allgemeine Schwächegefühl können jedoch noch ein bis zwei Wochen länger andauern.

Das Gefährliche an einer Grippe sind in den meisten Fällen nicht die Viren selbst, sondern bakterielle Infektionen, die auf die Grippeerkrankung folgen. Der Betroffene ist durch die Grippe stark geschwächt, sodass die Bakterien leichter in den Körper eindringen und zu weiteren Krankheiten führen können (zum Beispiel Lungen-, Gehirn- oder Herzmuskelentzündungen).

Welche Auswirkungen solch bakterielle Zweitinfektionen bei einer Grippe haben, hängt stark vom Gesundheitszustand der Betroffenen ab. Kleinkinder, ältere Menschen, Frauen während der Schwangerschaft sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr oder chronischen Erkrankungen haben ein hohes Risiko für einen schweren Grippe-Verlauf mit Komplikationen. In seltenen Fällen betreffen diese auch jüngere, bislang gesunde Menschen.


Ursachen

Die Grippe wird hauptsächlich durch sogenannte Influenza-A- und Influenza-B-Viren übertragen. Das Virus dringt über die Schleimhaut der Atemwege, des Mundes oder der Augen in den Körper ein. Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion, also über den Kontakt der Schleimhaut mit Tröpfchen, die beim Niesen, Husten, Sprechen oder Atmen von infizierten Personen entstehen. Im Weiteren infizieren sich Personen über Kontakt- oder Schmierinfektionen (zum Beispiel verschmiertes Nasensekret, Berührung von infizierten Gegenständen).


Diagnose

Bei einer Grippe erfolgt die Diagnose anhand einer körperlichen Untersuchung und der Angaben der Betroffenen. Dabei stellt der Arzt zunächst fest, ob eine gewöhnliche Erkältung oder eine Grippe vorliegt. Bei einer Grippeerkrankung treten mehrere Symptome gleichzeitig und intensiver als bei einer Erkältung auf. Für eine «echte» Grippe spricht, wenn mindestens zwei von vier Kriterien – plötzlicher Beginn, Fieber, Schmerzen und Husten – eingetreten sind. Wenn zeitgleich eine Grippewelle grassiert oder sich die Grippeviren in einer Region markant ausbreiten, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Grippeerkrankung handelt.

Diese Angaben können in vielen Fällen auch von einem Arzt erhoben werden, ohne dass dieser den Patienten persönlich sehen oder vor Ort untersuchen muss. Ein Arzt kann die Diagnose einer Grippe-Erkrankung telemedizinisch sehr gut stellen und in vielen Fällen über das Telefon oder Video behandeln. Sinnvoll ist dies besonders auch darum, da dadurch weitere Ansteckungen durch Kontakte mit anderen Personen in einer Arztpraxis oder in Verkehrsmitteln verhindert und die Grippe-Patienten geschont werden können.

Verläuft die Krankheit hingegen ungewöhnlich lang oder besteht eine schon länger andauernde Atemwegserkrankung, kann es notwendig sein, weitere apparative Untersuchungen durchzuführen.


Behandlung/Therapie

In der Regel werden die symptomatischen Beschwerden des Patienten behandelt. Medikamente können unangenehme Begleiterscheinungen wie Fieber, Schüttelfrost oder behinderte Atemwege lindern und das geschwächte Herz-Kreislaufsystem stärken. Eine zusätzliche bakterielle Infektion – zum Beispiel eine Halsentzündung, eine akute Bronchitis, eine Lungenentzündung oder eine Meningitis – kann durch eine Antibiotika-Therapie behandelt werden.

Zusätzliche Massnahmen beeinflussen den Verlauf einer Grippeerkrankung meist günstig. Da der Körper aufgrund des Fiebers viel Flüssigkeit verloren hat, ist es grundsätzlich wichtig, den Verlust der Flüssigkeit mit viel Trinken wieder auszugleichen. Um die Krankheitserreger zu bekämpfen, benötigt der Körper viel Energie – aus diesem Grund sollte sich die erkrankte Person Ruhe und Erholung gönnen. Weitere Grippesymptome können gut mit bewährten Hausmitteln gelindert werden: So senken Wadenwickel das Fieber, das Inhalieren von Dampf hilft bei Schnupfen und das Gurgeln mit einer Salzlösung unterstützt die Heilung von Husten und Halsschmerzen.

Antivirale Medikamente, mit denen die Influenzaviren bekämpft werden sollen, wird meist nur bei einer schwer verlaufenden Grippe verabreicht oder wenn der Betroffene einer gefährdeten Patientengruppe angehört.


Prävention

Eine Grippe kann am besten durch eine Grippeimpfung vorgebeugt werden. Da die Influenzaviren sich ständig wandeln, sollte die Impfung jedes Jahr erneuert, respektive aufgefrischt werden. Die Grippeimpfung erfolgt am besten vor Beginn der jährlichen Grippesaison - vorzugsweise von Oktober bis November.

Bei bis zu 90 Prozent der Personen, die sich impfen lassen, wird eine Erkrankung vorgebeugt oder die Krankheit verläuft abgeschwächt und mit weniger Komplikationen. Eine Erkältung lässt sich durch eine Grippeschutzimpfung hingegen nicht verhindern. Für folgende Personen ist eine vorbeugende Impfung gegen Grippe sinnvoll:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen Erkrankung (zum Beispiel Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, chronische neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Immunschwäche, HIV-Infektion)
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen und deren Angehörige
  • Personen, die in Kontakt mit Menschen sind, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben
  • Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko (medizinisches und pflegendes Personal)

Während einer Grippewelle kann die Anzahl der Infektionen durch einfache hygienische Massnahmen markant gesenkt werden: Grundsätzlich ist es ratsam, wenn erkrankte Personen nicht in die Hände husten oder niesen, sondern die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch benutzen. Zusätzlich sollten Betroffene es vermeiden, mit ungewaschenen Händen die Nase, den Mund oder die Augen zu berühren. Regelmässiges Händewaschen sowie das Vermeiden von Händeschütteln oder Körperkontakt im Allgemeinen hilft, die Verbreitung von Grippeviren einzudämmen.

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