Tonsillite

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Einleitung

Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis acuta) ist eine Infektion der Gaumenmandeln. Diese erfolgt meist durch Viren, seltener durch Bakterien. Wenn von einer Mandelentzündung oder auch Angina die Rede ist, so ist meist die akute Mandelentzündung gemeint. Dabei sind die Gaumenmandeln, die sich am Übergang vom Mund in den Rachen befinden, entzündet.

Die typischen Symptome einer akuten Mandelentzündung sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schwellungen der Lymphknoten am Hals, Fieber sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Von einer Tonsillitis acuta sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. Die Erkrankung tritt meist in den Wintermonaten und im Frühjahr auf. Einer Mandelentzündung kann nur indirekt vorgebeugt werden.

Tritt eine akute Mandelentzündung wiederholt auf, kann dies zu einer chronischen Mandelentzündung führen. Dabei sind die Mandeln dauerhaft entzündet und können bei Bedarf operativ entfernt werden.


Symptome

Bei einer akuten Tonsillitis hat der Betroffene Schmerzen im oberen Halsbereich – sowohl beim Schlucken wie auch beim Öffnen des Mundes. Zu den weiteren Symptomen zählen ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Fieber, vermehrter Speichelfluss sowie eine belegte Stimme. Bei einer akuten Mandelentzündung sind die Mandeln entzündet und geschwollen und haben oft einen weissen, gräulichen bis hin zu einem gelblichen Belag. In vielen Fällen sind auch die Lymphknoten am Hals schmerzhaft geschwollen. Ein weiteres typisches Symptom einer akuten Mandelentzündung ist ein unangenehmer Mundgeruch.


Verlauf

In der Regel heilt eine akute Tonsillitis nach einer Dauer von ein bis zwei Wochen ohne Folgen aus. Die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome – beträgt in der Regel 24 bis 72 Stunden. Bei einer chronischen Mandelentzündung neigen Betroffene dazu, wiederholt an Entzündungen zu leiden. In den meisten Fällen verbessert sich der Zustand erst durch die Entfernung der Mandeln.

Obwohl eine akute Mandelentzündung in der Regel ohne Probleme verläuft, sind auch Komplikationen möglich. Bei der akuten Tonsillitis können sich die Mandeln in seltenen Fällen stark vergrössern und zu Atemnot führen. Ebenfalls selten können sich auch Abszesse bilden. Hierbei sammelt sich Eiter im Gewebe an, das die Mandeln umgibt, wobei die Gefahr besteht, dass die Keime in die Blutbahn gelangen und sich im Körper ausbreiten können. Dies wiederum kann in der Folge zu schweren Erkrankungen in anderen Organen führen. In diesen Fällen müssen Patientinnen und Patienten ein Spital aufsuchen. Hat sich ein Abszess gebildet, wird dieser meist operativ entfernt.

Tritt eine akute Mandelentzündung wiederholt auf, kann dies zu einer chronischen Mandelentzündung führen. Dabei sind die Mandeln oft dauerhaft geschwollen.


Ursachen

Die Ursache einer akuten Mandelentzündung ist meist eine virale Infektion. Wird eine Tonsillitis durch Viren übertragen, sind oft Erreger der Grippe, des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder Erreger von Lippenherpes verantwortlich. Befallen die Viren die Schleimhäute, können sich Bakterien zudem leichter ansiedeln und dadurch das Risiko für Komplikationen steigern.

Wird eine Tonsillitis durch Bakterien übertragen, sind meist bestimmte Streptokokken-Bakterien für die Infektion verantwortlich. Aber auch andere Bakterien wie Pneumokokken, Staphylokokken oder Haemophilus influenzae können Auslöser für eine Tonsillitis sein. Ist eine Person grundsätzlich geschwächt oder verfügt über ein geschwächtes Immunsystem, begünstigt dies eine Mandelentzündung.

Eine Mandelentzündung wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen – durch den Speichel, durch Husten oder Niesen.

Eine akute Mandelentzündung kann auch ein Begleitsymptom einer anderen Erkrankung sein. So handelt es sich bei Scharlach um eine bakterielle Infektion, die meist in Form einer Mandelentzündung auftritt und von einem Ausschlag begleitet wird. Weitere Erkrankungen mit Formen der Angina sind zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber, Angina im Rahmen einer Diphtherie, Tuberkulose oder Leukämie.


Diagnose

Eine Ärztin oder ein Arzt kann eine akute Mandelentzündung anhand der klaren Symptome meist schnell diagnostizieren. Im Rahmen einer sogenannten Blickdiagnose sieht der Arzt gerötete und geschwollene Gaumenmandeln sowie mögliche eitrige Beläge auf der Oberfläche der Mandeln. Gleichzeitig können die Gaumenbögen gerötet sein; Patientinnen oder Patienten haben zudem eine belegte Zunge. Diese Diagnose kann eine Ärztin oder ein Arzt auch stellen, ohne dass die erkrankte Person direkt vor Ort ist. Eine akute Tonsillitis kann demnach telemedizinisch gut behandelt werden. Ein Foto des Rachens unterstützt den Telemediziner bei der Diagnose.

Ein Rachenabstrich zur Bestimmung des Erregers wird meist nur in Einzelfällen durchgeführt – etwa bei Verdacht auf eine bakterielle Mandelentzündung.


Behandlung/Therapie

Die Behandlung einer Mandelentzündung hängt davon ab, was die Ursache der Erkrankung ist. Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, wird diese mit Antibiotika behandelt. Bei einer viralen Infektion werden keine Antibiotika eingesetzt – in diesen Fällen werden schmerz- und fiebersenkende Medikamente verabreicht.

Generell sollten Betroffene weiche und nicht allzu stark gewürzte Speisen zu sich nehmen; kalte Getränke sowie Glacé lindern die Schluckbeschwerden. Erkrankte sollten zudem viel trinken – zum Beispiel Wasser oder Kräutertees. Fruchtsäfte sollten nicht eingenommen werden, da die Säure die entzündeten Mandeln zusätzlich reizt.

Oft wird eine Mandelentzündung von Halsschmerzen begleitet. Die Schmerzen können mit Hausmitteln, wie Gurgellösungen mit entzündungshemmendem und desinfizierendem Salbei oder Kamille, gemildert werden. Empfehlenswert ist zudem die Einnahme von Ingwertee mit Honig, da die Wirkstoffe Keime reduzieren und Entzündungen lindern. Wadenwickel sind ein bewährtes Hausmittel gegen Fieber. Diese Behandlungen verkürzen zwar die Dauer der Entzündung nicht, die Hausmittel helfen jedoch in den meisten Fällen, die Symptome zu lindern.

 


Prävention

Einer Mandelentzündung kann im eigentlichen Sinne nicht vorgebeugt werden. Es empfiehlt sich grundsätzlich, das Immunsystem mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung sowie durch regelmässige körperliche Betätigung zu stärken. Zudem sollte zu viel Stress vermieden werden. Darüber hinaus sollten die Schleimhäute nicht zusätzlich durch Zigarettenrauch, Staub oder Alkohol gereizt werden. Und: Hygienemassnahmen wie häufigeres Händewaschen oder Händedesinfektion, Handtuchwechsel oder Mundschutz können vor Ansteckung schützen.

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