Was ist Blutdruck?
Blutdruck ist der Druck, den das Blut in den Blutgefässen ausübt, während es durch den Körper gepumpt wird. Man kann sich das wie Wasser vorstellen, das durch einen Schlauch fliesst. Wenn das Herz schlägt, wird das Blut in die Gefässe gepumpt, und dabei entsteht ein Druck.
Der Blutdruck wird in zwei Werten gemessen:
- Systolischer Druck: Das ist der höhere Wert und zeigt den Druck an, wenn das Herz schlägt und das Blut in die Gefässe gepumpt wird.
- Diastolischer Druck: Das ist der niedrigere Wert und zeigt den Druck an, wenn das Herz sich zwischen den Schlägen entspannt.
Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg. Ein normaler Blutdruck liegt in der Regel bei etwa 120/80 mmHg. Zu hoher Blutdruck (Hypertonie) kann gesundheitliche Probleme verursachen, während zu niedrigem Blutdruck (Hypotonie) ebenfalls unangenehm sein kann. Schwankungen im Blutdruck sind normal und wichtig. Die Anspannungs- und Entspannungsphasen des Herzmuskels sowie die Verengung und Erweiterung der Gefässe werden von verschiedenen körpereigenen Systemen gesteuert. Diese Steuerung ermöglicht es dem Herz und den Gefässen, auf innere und äussere Einflüsse zu reagieren, damit das Blut effizient zirkulieren kann. Der Blutdruck steigt automatisch bei Schmerz oder Anstrengung und sinkt im Schlaf. Kurze Hochdruckphasen sind normal, doch dauerhaft hoher Blutdruck kann Schäden an Herz und Gefässen verursachen.
Definition Bluthochdruck
Bluthochdruck, auch als Hypertonie bekannt, ist ein Zustand, bei dem der Druck in den Blutgefässen in Ruhe dauerhaft erhöht ist. Die Grenzwerte für den Blutdruck wurden 2024 von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) auf Grund der aktuellen medizinischen Erkenntnisse über Bluthochdruck und seine Folgen angepasst. Ein normaler Blutdruck liegt bei Ruhe unter 120/70 mmHg. Bluthochdruck wird diagnostiziert, wenn die Werte in Ruhe dauerhaft in Ruhe über 140/90 mmHg liegen. Bei Stress, körperlicher Anstrengung, Schmerzen oder ähnlichem ist es normal und wichtig, wenn der Blutdruck kurzfristig auf Werte über 120/70 mmHg steigt.
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Systolisch (mmHg)
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Diastolisch (mmHg)
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Blutdruckkategorie
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< 120
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oder/und <70
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Normaler Blutdruck
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120-139
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oder/und 70-89
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Erhöhter Blutdruck (Prä-Hypertonie)
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> 140
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oder/und >90
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Bluthochdruck
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Therapiebeginn und Blutdruckziel bei Bluthochdruck
Unabhängig davon, ob Ihr Blutdruck normal, erhöht oder bereits als Bluthochdruck eingestuft ist, sollten Sie stets Maßnahmen ergreifen, um Ihren Lebensstil zu optimieren. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Stressreduktion und der Verzicht auf Rauchen. Mehr Informationen zum Thema gesunder Lebensstil finden Sie hier.
Erhöhter Blutdruck: Bei einem erhöhten Blutdruck kann oft schon eine Verbesserung des Lebensstils ausreichen, um normale Werte zu erreichen. Sollte der Blutdruck jedoch nach drei Monaten nicht unter 130 mmHg gesunken sein, wird zusätzlich eine medikamentöse Therapie empfohlen.
Bluthochdruck: Liegt bereits ein Bluthochdruck vor, sollte umgehend mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden, die durch Lebensstiländerungen ergänzt wird.
Blutdruckziele: Das angestrebte Blutdruckziel liegt bei guter Verträglichkeit zwischen 120-129/70-79 mmHg. Wenn der systolische Wert unter 129 mmHg liegt, kann der diastolische Wert, außer bei jüngeren Patienten, bis zu 90 mmHg akzeptiert werden. Ausnahmen gelten für Personen mit hoher Gebrechlichkeit, einem Alter über 85 Jahren oder bei wiederholten Kollapszuständen.
Ursachen
Bluthochdruck kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter:
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung von Bluthochdruck kann das Risiko erhöhen.
- Übergewicht: Übergewicht belastet das Herz und kann zu erhöhtem Blutdruck führen.
- Bewegungsmangel: Ein inaktiver Lebensstil kann das Risiko für Bluthochdruck erhöhen.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung, die reich an Salz, gesättigten Fetten und Zucker ist, kann Bluthochdruck fördern, ebenso ein hoher Konsum von Lakritze.
- Alkohol und/oder Drogenkonsum: Übermässiger Alkoholkonsum aber auch Kokain, Ecstasy und Amphetamine können den Blutdruck erhöhen.
- Rauchen: Tabakkonsum schädigt Blutgefässe und kann den Blutdruck steigern.
- Stress:Chronischer Stress kann zu vorübergehenden oder dauerhaften Blutdruckerhöhungen führen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Bluthochdruck.
- Bestimmte Erkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen, Erkrankungen der Nebenniere, Schilddrüse, Nebenschilddrüse oder Schlafapnoe können ebenfalls zu Bluthochdruck beitragen.
- Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. bestimmte Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Diclofenac), «Anti-Baby-Pille», Appetitzügler oder abschwellende Mittel, können den Blutdruck erhöhen.
Allerdings lässt sich bei den meisten Menschen keine eindeutig erkennbare Ursache finden, diese Form des Bluthochdruckes wird dann essenzielle oder primäre Hypertonie genannt. An dieser Form erkrankt fast jeder 3. Erwachsene.
Symptome
Bluthochdruck wird oft als «stiller Killer» bezeichnet, da viele Menschen keine Symptome bemerken. Wenn dann Symptome auftreten, dann ist es in aller Regel bereits zu sogenannten Endorganschäden der Niere, der Augen, des Gehirns oder des Herz-Kreislaufsystems gekommen. Mögliche Symptome können sein:
- Kopfschmerzen
- Schwindel, Sehstörungen
- Atemnot, Brustschmerzen
- Nasenbluten
Risiken
Unbehandelter Bluthochdruck kann zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen, wie:
- Herzkrankheiten (z. B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz)
- Augenschäden
- Nierenschäden
- Schlaganfall
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch:
- Blutdruckmessung: Mehrere Messungen zu verschiedenen Zeiten.
- Zusätzliche Untersuchungen: Blutuntersuchungen, EKG, Ultraschall des Herzens, um mögliche Ursachen zu ermitteln. Bei 9/10 Patienten lässt sich jedoch keine Ursache finden und es besteht ein essenzielle bzw. primärer Bluthochdruck.
Behandlung
Die Behandlung von Bluthochdruck umfasst:
- Lebensstiländerungen:
- Gesunde Ernährung (z. B. mediterrane Diät, wenig Salz)
- Regelmässige Bewegung (mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche)
- Gewichtskontrolle
- Stressbewältigungstechniken (z. B. Yoga, Meditation)
- Vermeidung von Alkohol und Tabak
Wenn die Lebensstiländerung innerhalb von 3 Monaten keinen ausreichenden Effekt auf die Senkung des Blutdrucks haben oder bereits von Anfang an ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko besteht, erfolgt zusätzlich eine medikamentöse Therapie. Diese ersetzt jedoch nicht die Lebensstiländerungen, so dass diese immer verfolgt werden sollten und somit die Basistherapie darstellen.
- Medikamentöse Therapie:
- Verschiedene Medikamente können verschrieben werden, darunter Diuretika, ACE-Hemmer, Betablocker und Kalziumkanalblocker.
Selbstmanagement
- Regelmässige Blutdruckmessung: Überwachen Sie Ihren Blutdruck zu Hause.
- Änderung des Lebensstils: gesunde Ernährung, ausreichende und regelmässige Bewegung, Stressmanagement, Gewichtsnormalisierung, Vermeidung von Noxen
- Führen Sie ein Blutdrucktagebuch: Notieren Sie Ihre Werte und Lebensstiländerungen.
- Regelmässige Arztbesuche: Halten Sie regelmässige Termine zur Überwachung Ihres Blutdrucks und zur Anpassung der Behandlung.
- Ggf. Regelmässige und zuverlässige Einnahme der verordneten Medikamente
Wann sollten Sie Medgate kontaktieren bzw. einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie Symptome verspüren wie
- Brustschmerzen und -enge, Herzklopfen
- Kurzatmigkeit, Atemnot
- Kopfschmerzen und -druck, vor allem morgens
- Übelkeit, Schwindel, Benommenheit
- Nasenbluten, Ohrensausen, Sehstörungen
- Hitzegefühl, Schweissausbrüche, ein gerötetes Gesicht
- Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen
- Wenn Ihr Blutdruck trotz Behandlung nicht sinkt.
Sollten Sie aktuell oder in den letzten Tagen an einem oder mehreren dieser Symptome leiden oder gelitten haben, dann rufen Sie und bitte umgehend an unter 080 789 789 oder buchen eine Notfallkonsultation übe die App.
Fazit
Bluthochdruck ist eine behandelbare Erkrankung. Durch frühzeitige Diagnose, Lebensstiländerungen und gegebenenfalls medikamentöse Therapie können Sie Ihr Risiko für schwerwiegende Komplikationen erheblich reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die besten Strategien zur Kontrolle Ihres Blutdrucks.
Sie haben Fragen zu diesem Thema? Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit Ihrem Medgate Tele-Hausarzt.
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